4. Integrationsgipfel

Am 3. November lud die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zum vierten Integrationsgipfel ins Bundeskanzleramt. Mehr als 120 Teilnehmer maßgeblicher politischer und gesellschaftlicher Gruppierungen diskutierten über Chancen der Integration und Herausforderungen künftiger Integrationspolitik.


Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg vertrat in diesem Zusammenhang als BAGFW-Präsidentin die Interessen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.

 

Vor der Bundeskanzlerin und zahlreichen Interessensvertretern rückte sie eine oft vergessene Gruppe in den Blickwinkel: die geschätzten 200.000 bis 400.000 Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität. Auch für sie müssen die Grundrechte gelten, so die BAGFW-Präsidentin. Dazu gehöre eine medizinische Grundversorgung und Zugang zu Kitas und Schulen. Auch den 50.000 Menschen, die seit über sechs Jahren in Duldung lebten, müsse eine Chance auf Ausbildung und der Zugang zum Arbeitsmarkt gewährt werden.

 

Sanktionen für den Abbruch von Integrationskursen hält von Schenck für wenig wirksam. Ohne eine individuelle Prüfung käme es zu unnötiger Härte, beispielsweise wenn die fehlende Kinderbetreuung Grund für das Nichterscheinen ist. Integration brauche einen weiteren Blickwinkel. Schenck: „Es gibt nicht den Schlüssel zur Integration, sondern wir alle müssen bereit sein, einen ganzen Schlüsselbund parat zu haben.“

 

Aus diesem Grund haben die Wohlfahrtsverbände begonnen, ihre eigenen Strukturen zu öffnen und das Zusammenwirken der Kulturen als Managementaufgabe zu verankern.