Jahresbericht 2017 der ESF-Regiestelle




Förderprogramm zur Fachkräftesicherung in der Sozialwirtschaft in 2017 weiter aufgestockt


Die bei der BAGFW eingerichtete ESF-Regiestelle koordiniert im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege die Umsetzung des ESF-Programms „rückenwind – Für die Beschäftigten und Unternehmen in der Sozialwirtschaft“ (rückenwind+). Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels in sozialen Berufen arbeiten in diesem Programm BAGFW und BMAS eng bei der Entwicklung, Umsetzung, Begleitung und Auswertung des Förderprogramms zusammen – etwa im Rahmen einer paritätisch besetzten Steuerungsgruppe, die über die eingereichten Projektkonzeptionen entscheidet.

Ziel des Partnerschaftsprogramms ist die Verbesserung der Anpassungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Beschäftigten in der Sozialwirtschaft in Verbindung mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Organisationsstrukturen in den sozialen Einrichtungen und Verbänden. Bundesweit 71 rückenwind+-Projekte aus insgesamt drei Förderrunden erproben hierzu aktuell in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Sozialwirtschaft Ansätze zur Personalgewinnung und Personalbindung. Dazu gehören unter anderem: die Schaffung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen, die Entwicklung lebensphasenorientierter Arbeits(zeit)modelle, die Verbesserung von Führungs- und Unternehmenskultur sowie die Förderung der Inklusions- und Innovationsfähigkeit von Organisationen und Unternehmen der gemeinnützigen Sozialwirtschaft.

2017 stellte das BMAS zusätzlich zum bisherigen Programmetat von 30 Millionen ESF-Mitteln weitere sieben Millionen Euro ESF-Mittel für einen vierten Förderaufruf zur Verfügung. Die Gelder waren an die inhaltliche Schwerpunktsetzung „Arbeit 4.0 – Personal- und Organisationsentwicklung vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung“ gebunden und konnten ausschließlich für Projektvorhaben in den ostdeutschen Bundesländern und der Region Lüneburg verwandt werden. Insgesamt 17 Projekte wurden Ende 2017 von der Steuerungsgruppe des Programms zur Förderung vorgeschlagen und befinden sich derzeit in der Hauptantragstellung.

Neben der Umsetzung der vierten Förderrunde sowie der Prüfung und Vorbereitung der eingereichten Konzepte zur Votierung durch die Steuerungsgruppe, legte die ESF-Regiestelle ihren Arbeitsschwerpunkt in 2017 auf die Durchführung von Aktivitäten im Bereich Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Ergebnistransfer.

Im Mittelpunkt stand hier die erste Transfertagung, zu der am 8. Juni 2017 rund 130 Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet in die Hessische Landesvertretung in Berlin kamen. Unter dem Titel „Veränderungsprozesse aktiv gestalten! – Personal- und Organisationsentwicklung in sozialen Organisationen und Unternehmen“ diskutierten die Teilnehmenden Instrumente und Verfahrensweisen der Personalentwicklung sowie Hindernisse und Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Organisationsentwicklung.


Foto BAGFW, Dirk Hasskarl: Publikum, Transfertagung rückenwind+ 2017

Foto BAGFW, Dirk Hasskarl: Wolfgang Husemann, Leiter der Gruppe „Europäische Fonds für Beschäftigung“, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Transfertagung rückenwind+ 2017

Foto BAGFW, Dirk Hasskarl: Fachforum, Transfertagung rückenwind+ 2017


Parallel organisierte die ESF-Regiestelle in 2017 fünf Workshops für die Träger der bewilligten Projekte zu den Themenschwerpunkten (Selbst-)Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit in rückenwind+-Projekten sowie Nachwuchskräfteentwicklung.

Im Rahmen der programmbezogenen Öffentlichkeitsarbeit wurde die Programmwebsite auch 2017 weiter ausgebaut. Neben Hintergrundinformationen zum Förderprogramm finden sich hier Informationen zu allen rückenwind+-Projekten sowie zahlreiche Aktuellmeldungen aus der Umsetzungspraxis der geförderten Träger.