Deutscher Sozialpreis 2019 auf BAGFW-Politikforum verliehen


Journalistische Beiträge zu brisanten sozialen Themen, die von intensiven Recherchen und bestem Handwerkszeug zeugten, sowie eine interessante Diskussion bestimmten am Abend das BAGFW-Politikforum im Haus der Bundespressekonferenz. Prominente Gastrednerin war Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) verlieh zugleich den Deutschen Sozialpreis 2019, der Medienpreis der Freien Wohlfahrtspflege, an Journalistinnen und Journalisten. Die Preisträger sind:

Sparte Print

Björn Stephan

„Frau mit Klasse “, SZ- Magazin, 15.06.2018

Über das Leben einer syrischen Lehrerin an einer Schule in Ostdeutschland.

Aus der Begründung der Jury: Es ist die Vielfältigkeit der Perspektiven, die einen in ihren Bann zieht. Unterschiedliche Gefühlswelten werden offenbar, ohne dass sie bewertet werden. Es ist eben alles, aber nur nicht schwarz/weiß. So erfahren Leserinnen und Leser tatsächlich Neues über das Leben von Geflüchteten und von Einheimischen im brandenburgischen Finsterwalde. Und sie erfahren, dass multikulturelles Leben in der Schule tatsächlich funktionieren kann, dass ländliche Räume nicht vergessen werden dürfen und wie gefährlich Populismus ist.

Sparte Hörfunk

Petra Boberg und Heike Borufka

„Staat und Familie - Die deutsche Zurückhaltung bei Gewalt gegen Kinder.“ Redaktion: hr-iNFO Wissenswert, Hessischer Rundfunk; 14.5.2018; 21.35 Uhr

Das Feature beleuchtet das Thema Kinderschutz in Deutschland.  

Aus der Jurybegründung: Die Autorinnen greifen ein sehr brisantes Thema außerordentlich differenziert auf. Es geht nicht um spektakuläres Anklagen von Versäumnissen, sondern macht bedrückend deutlich, wie Kinder leiden, weil Ressourcen und Geld fehlen. Es werden viele Perspektiven von Kinderschutz aufgezeigt, was die Rechercheleistung erahnen lässt, die hinter dem Beitrag steckt. Er ist –Teil eines hr-Projekt „Opfer ohne Stimme – Wie wir unsere Kinder vor Gewalt schützen“. Der vorliegende Beitrag konzentriert die Thematik und die Arbeit und das Können der Journalistinnen. Anschaulich, authentisch und umfassend.

Sparte Fernsehen

Anabel Münstermann

„37 Grad: Mehr als satt und sauber - alte Menschen und ihre Pfleger“ ZDF; 09.01.2018; 22.55 Uhr

Die Dokumentation zeigt den Alltag zweier Altenpfleger und gibt Einblicke in den ihrer Patienten.

Aus der Jurybegründung: Die Nähe, die die Protagonisten und ihre Patienten ermöglichen, ist einzigartig. Die Autorin schafft so eine sehr dichte Atmosphäre, die auch etwas Beklemmendes hat und die Hochachtung vor der gezeigten Arbeit wachsen lässt. Zugleich werden grundsätzliche Fragen nach der Würde im Alter und nach der Würde im Sterben aufgegriffen. Die Antworten, die die Protagonisten haben, sind sehr persönlich, so wie jeder einzelne Mensch, der mit solchen Situationen konfrontiert ist. Der Film zeigt den hohen Wert, den die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger haben.

Sparte Online

Frank Seibert, Eva Riedmann, Samira Schütz

Robert Stöger, Markus Valley, Michael Bartlewski

Die Frage-Reihe: „Warum mobben wir?“, Video-Reportage-Reihe auf YouTube

30.10.2018Redaktion: Die Frage / PULS, Bayerischer Rundfunk

Die Video-Reportage auf You Tube beleuchtet das Phänomen Mobbing aus vielen verschiedenen Blickwinkeln.

Die Relevanz des Themas und die Wirkung auf das gesellschaftliche Bewusstsein, die durch die Nutzung der Möglichkeiten des Mediums entsteht, sind wichtige Kriterien der Jurybeurteilung. Das Team von Die Frage nutzt die Möglichkeiten ihres Mediums besonders gut. Fragen aus der Community leiten die Konzeption der Serie, Fragen, die der Reporter hat, werden unmittelbar einbezogen. Dabei gelingt es dem Team, das schwierige Thema Mobbing anschaulich und nacherlebbar zu machen, ohne die Protagonistin zur Schau zu stellen. Eine enge Gratwanderung.

Den rund 150 geladenen Gästen der Veranstaltung wurden die ausgezeichneten Beiträge vorgestellt. Parallel sind die vollständigen Arbeiten auf der BAGFW-Webseite zum Lesen, Hören und Sehen verlinkt: www.bagfw.de/deutscher-sozialpreis/preistraeger-2019

Seit 1971 verleihen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege den Deutschen Sozialpreis. Der Medienpreis zur sozialen Lebenswirklichkeit in Deutschland ist mit insgesamt 20.000 € dotiert und wird in vier Sparten vergeben. Für den Deutschen Sozialpreis 2019 wurden 261 Beiträge eingereicht.

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Kontakt:

Katrin Goßens

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 030 24089-121, presse@bag-wohlfahrt.de