Gespräch mit Staatsministerin Schenderlein

Engagement effektiver machen
Spitzenverbände zum Gespräch bei Staatsministerin Schenderlein

Zu einem gemeinsamen Gespräch mit der Staatsministerin für Ehrenamt und Sport, Dr. Christiane Schenderlein, waren die sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege eingeladen.  

Bundesweit repräsentieren die Verbände rund 120.000 Einrichtungen und Dienste, in denen sich etwa zwei Millionen Menschen hauptamtlich und drei Millionen Menschen ehrenamtlich engagieren. Diese Präsenz sorgt für integrierte, verlässliche und lebensnahe Lösungen aus einer Hand und macht die Freie Wohlfahrtspflege zu einem flächendeckenden Kernbereich sozialer Dienstleistungen in Verbindung mit sozialem Engagement.  

Unsere Kernbotschaften im Gespräch waren u. a.:  

  • Wir sind überall präsent: Die Freie Wohlfahrtspflege ist in allen Handlungsfeldern verankert und ermöglicht verlässliche Lösungen aus einer Hand.  
  • Co-Produktion von Ehrenamt und Hauptamt: Das enge Zusammenspiel stärkt den Sozialstaat, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bildet die Grundlage für demokratische Teilhabe.  
  • Freiwilligendienste als Bildungszeit: Über 70.000 junge Menschen engagieren sich jährlich in Freiwilligendiensten und sammeln Orientierung, Kompetenzen und demokratische Bildung.  
  • Bürgerschaftliches Engagement als Teil des Gemeinwesens: Engagement formt Teilhabe, stärkt den Sozialraum und trägt zu einer resilienten Gesellschaft bei.  
  • Bürgerschaftliches Engagement ohne Zwang: Es schafft Zusammenhalt und direkte Teilhabe, ohne Zwang auszuüben.  
  • Infrastruktur zur Engagementförderung: Die Freie Wohlfahrtspflege braucht eine verlässliche Infrastruktur, damit die Zivilgesellschaft lebendig bleibt und die Krisenresilienz von Staat und Gesellschaft gestärkt wird.  
  • Reformbedarf: Der „Zukunftspakt Ehrenamt“ soll die Modernisierung vorantreiben, Bürokratie abbauen und die Projektlast verringern. Aktuell belastet die fortlaufende Projektakquise viele Einrichtungen. Daher sind Vereinfachungen bei der Projektentwicklung, der Antragstellung und der Nachweiserbringung dringend erforderlich.  

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen in klaren Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und einer frühzeitigen Beteiligung an Entscheidungsprozessen eine Chance, soziales Engagement noch effektiver zu gestalten und zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Krisenresilienz weiter zu stärken.