Fachausschuss Kinder, Jugend, Familie und Frauen

Vorsitz: Paritätischer Gesamtverband 
Niels Espenhorst und Katrin Frank

Der Fachausschuss tagte im Jahr 2025 vier Mal und arbeitete intensiv in vielen Fragen rund um die Kinder- und Jugendhilfe, die Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie zu familienpolitischen Themen zusammen. 

Die Verbände erarbeiteten fachliche Einschätzungen zum neuen Koalitionsvertrag (CDU/CSU & SPD), insbesondere zu Bildung, Kinder‑ und Jugendhilfe, Familienpolitik und Gleichstellung. 


Es wurde vereinbart, Gespräche mit dem Familienausschuss des Bundestages und dem BMBFSFJ anzustreben, um die Positionen der BAGFW frühzeitig einzubringen.

 

Kinder/Jugend 

Das AGJ‑Projekt „Digitale Kompetenzen in der Kinder‑ und Jugendhilfe“ wurde vorgestellt und im Ausschuss besprochen. Wichtige Impulse betrafen Medienbildung, Schutz vor Risiken digitaler Umgebungen und Einbindung von Plattformanbietern. Ebenso waren der Kinder- und Jugendplan des Bundes und der Nationale Aktionsplan “Neue Chancen für Kinder” Themen im Fachausschuss. Der Fachausschuss diskutierte u. a. das Thema Kinder- und Jugendmedienschutz mit Blick auf die aktuelle Debatte um ein Social-Media-Verbot für junge Menschen unter 16 Jahren. Er kam zu dem Schluss, dass ein pauschales Verbot, bzw. der Ausschluss der unter 16-Jährigen, zu kurz gedacht wäre und die Perspektive sowie die Beteiligungsrechte junger Menschen besser in die Debatte einbezogen werden müssten. Zudem wurden aktuelle Entwicklungen in der Kindertagesbetreuung thematisiert, etwa hinsichtlich der Einführung von Sozialindices und der frühen Demokratiebildung.

 

Begleitgruppe Inklusives SGB VIII

Nachdem die Gesetzesinitiative zur dritten Reformstufe des KJSG nicht mehr in der vergangenen Legislaturperiode zur parlamentarischen Abstimmung gelangte, flankierte die Begleitgruppe Inklusives SGB VIII im Jahr 2025 die aktuellen fachpolitischen Entwicklungen der SGB VIII-Reform. Zu diesbezüglichen Äußerungen im Koalitionsvertrag nahm die BAGFW Stellung: „Die BAGFW fordert weiterhin ein Gesetz zur Ausgestaltung der Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe, das den Zugang zu Leistungen für alle jungen Menschen mit Behinderung verbindlich regelt und die Finanzierung der erforderlichen Leistungen und Infrastrukturen sichert.“

 

ad-hoc-AG Ganztagsförderung

Die ad-hoc AG Ganztagsförderung begleitet die Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter. In regelmäßigen Treffen werden Aspekte für eine bundesweit qualitative und inklusive Ausgestaltung der Angebote bearbeitet und in die (fach)politische Diskussion eingespeist. Dies geschieht regelhaft im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Dialoges mit dem BMBF/BMFSFJ bzw. BMBFSFJ sowie in der aktiven Mitwirkung auf dem Ganztagskongress von BMBF/BMFSFJ bzw. BMBFSFJ. Hier wurde im Jahr 2025 ein Fachforum unter dem Titel “Allen Kindern gerecht werden: Wie lassen sich Bildungs- und Teilhabechancen ganztägig stärken?” angeboten. Darüber hinaus wurde eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes zur „Stärkung der Angebote der Jugendarbeit im Ganztag während der Schulferien“ erarbeitet. 

 

AG Kita

Die UAG Kita traf sich vier Mal mit den für Kindertagesbetreuung zuständigen Fachreferaten des BM(B)FSFJ und besprach aktuelle Entwicklungen, wie das neu aufgesetzte Investitionspaket für die frühkindliche Bildung und die Planungen zur Verbesserung der sprachlichen Bildung.

 

Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag – DJHT

Am 15. Mai 2025 fand die Leitveranstaltung der BAGFW „Wohlfahrtsverbände sorgen für demokratischen Zusammenhalt!? Herausforderungen und gute Praxis in drei ausgewählten Handlungsfeldern.“ beim 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Leipzig statt. In der einleitenden Diskussion konnte Achim Meyer auf der Heide, BAGFW-Präsident und Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, gemeinsam mit Dr. Marvin Deversi (Vorstand AWO Bundesverband e. V.) die Bedeutung der Wohlfahrtsverbände für das demokratische System herausstellen. 

 

Familie

Im Bereich der Familienpolitik beschäftigten den Fachausschuss die von der Bundesregierung angekündigten familienpolitischen Vorhaben. Hierbei lag ein Schwerpunkt im Bereich Abstammungsrecht. Zudem hat der Fachausschuss bei seiner Auftaktsitzung die Themen Frühe Hilfen/Kita, Care Arbeit/Vereinbarkeit und Eltern von Kindern mit intensivem Pflegebedarf als zentrale politische Handlungsfelder in dieser Legislatur definiert.  

 

Frauen

Den Fachausschuss beschäftigten insbesondere Aspekte der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes sowie dessen Berührungspunkte zum SGB VIII, die Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes und die Frage der Zusammenarbeit der Wohlfahrt mit dem neu gegründeten BIÖG im Bereich der sexuellen und reproduktiven Rechte. Besonders hervorzuheben ist die vom Fachausschuss initiierte gemeinsame Stellungnahme der BAGFW mit Frauenhauskoordinierung zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung und der Täterarbeit im Gewaltschutzgesetz. Außerdem wurde das Thema Queerpolitik als Querschnittsthema der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik regelmäßig als gleichstellungspolitisches Thema gesetzt.