Am 26. März 2026 lud Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein zum ersten „Runden Tisch Engagement und Ehrenamt“ ins Bundeskanzleramt. In einer offenen Gesprächsatmosphäre wurden gemeinsame strategische Weichenstellungen diskutiert: Welche Bedarfe bestehen, welche konkreten Impulse schlagen zivilgesellschaftliche Institutionen und Netzwerke für die Politik der Ehrenamts- und Engagementförderung vor?
Als Vertreter:innen der Freien Wohlfahrtspflege nahmen Achim Meyer auf der Heyde, Präsident der BAGFW, und Evelin Schneyer, Geschäftsführerin, teil. In ihren Beiträgen begrüßten sie zuversichtlich die bisher angegangenen Maßnahmen des Zukunftspakts Ehrenamt, besonders den klaren Fokus auf Bürokratieabbau. Beispiele aus der laufenden Agenda zeigen Wirkung: Die Erhöhung der Ehrenamtspauschale, Anpassungen bei der Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung und neue Anreize zur Motivation von Engagement stärken das Fundament des bürgerlichen Engagements.
Die Besonderheit der Freien Wohlfahrtspflege wurde betont:
- Die enge Verzahnung von Ehrenamt und Hauptamt ist die DNA der Wohlfahrtspflege. Sie schafft unverzichtbaren Mehrwert für den Sozialstaat, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bildet das Fundament einer lebendigen Demokratie. Die Freie Wohlfahrtspflege ist flächendeckend präsent – auch im ländlichen Raum – und verankert in allen Handlungsfeldern: von Kindern und Jugendlichen über ältere Menschen bis hin zu Menschen mit Behinderungen.
- Zur Freien Wohlfahrtspflege gehören sowohl rein ehrenamtlich getragene Initiativen als auch hauptamtliche Strukturen. Das Hauptamt fördert ehrenamtliches Engagement z.B. in Bewohner‑Initiativen in Senioreneinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und organisiert als Träger Freiwilligenzentren, Freiwilligenagenturen und Stadtteilprojekte.
Die wichtigste Botschaft wurde auch von anderen Teilnehmenden eingebracht:
- Engagement braucht eine verlässliche, engagementfördernde Infrastruktur. Vor dem Hintergrund von Finanzierungs- und Sparzwängen der öffentlichen Hand wurde die Notwendigkeit verlässlicher Strukturen betont, damit soziale Initiativen auch künftig stark bleiben. Eine verlässliche Infrastruktur inklusive koordinierender Ansprechpersonen, Fortbildungen, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsschutz und rechtlicher Klarheit ist essenziell, um Nachwuchs zu gewinnen und das vielfältige Engagement nachhaltig zu ermöglichen.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit, darauf, unsere Expertise einzubringen und gemeinsam weitere Barrieren abzubauen, damit Engagement dauerhaft gestärkt wird und der gesellschaftliche Zusammenhalt weiterwächst.
